Deserteur*innen und Kriegsdienstverweiger*innen
aus Russland, Belarus
und der Ukraine
brauchen unsere Unterstützung!

Wir sind ein Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen. Gemeinsam verurteilen wir den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine, der bereits zu hunderttausenden Toten und Verletzten sowie Millionen Geflüchteten geführt hat.

Wir sind solidarisch mit allen Menschen, die sich gegen Krieg einsetzen. Krieg ist ein Verbrechen an der Menschheit. Viele Menschen aus Russland und Belarus, aber auch der Ukraine, denen der Kriegsdienst droht, versuchen sich diesem zu entziehen: Sie wollen keine anderen Menschen töten und auch nicht in diesem Krieg sterben. Soldat*innen an der Front wollen angesichts des Grauens ihre Waffen niederlegen. Ihnen allen drohen dafür Repression und Gefängnisstrafen, in Belarus bis hin zur Todesstrafe. Aber:

Kriegsdienstverweigerung ist
ein international anerkanntes
Menschenrecht!

Weitere Informationen . . .

KIRCHENASYL GEFUNDEN • Vielen Dank für Eure Unterstützung!

8. Juni 2026

In der vergangenen Woche haben wir unser Netzwerk um Unterstützung bei der Organisation eines Kirchenasyls gebeten. Die Resonanz auf diesen Aufruf war überwältigend: Zahlreiche Menschen haben sich mit Anrufen, E-Mails, Kontakten und konkreten Hilfsangeboten bei uns gemeldet.

Dank dieses großen Engagements konnte innerhalb kurzer Zeit ein Kirchenasyl organisiert werden. Dass so viele Menschen bereit waren, Verantwortung zu übernehmen und solidarisch zu handeln, hat uns sehr beeindruckt.

Die vergangenen Tage waren für uns von intensiver Koordination und vielen notwendigen Abstimmungen geprägt. Deshalb konnten wir leider nicht auf alle Nachrichten persönlich antworten. Wir möchten jedoch ausdrücklich betonen, wie sehr wir jede einzelne Rückmeldung und jedes Unterstützungsangebot schätzen.

Unser herzlicher Dank gilt allen, die sich eingebracht, Kontakte vermittelt oder ihre Unterstützung angeboten haben. Dieses starke Zeichen der Solidarität macht Mut und zeigt, wie viel gemeinsam möglich ist.

Vielen Dank für eure Unterstützung!
Euer Team von »Connection e.V.«

Lettisches Gericht gewährt erstmals Schutz für russischen Wehrpflichtigen wegen des Risikos des Militärdienstes und einer Beteiligung am Krieg

28. Mai 2026

Das Regionale Verwaltungsgericht Riga hat die lettischen Behörden verpflichtet, einem russischen Staatsbürger Flüchtlingsschutz zu gewähren, der eine Einberufung zum Wehrdienst und eine mögliche Beteiligung am Krieg gegen die Ukraine befürchtete.

Das Gericht hob die frühere Entscheidung der Migrationsbehörden auf und verwies dabei auf den neuen Bericht der Europäischen Asylagentur (European Union Agency for Asylum, EUAA) zur Situation vulnerabler Gruppen in Russland, der im Dezember 2025 veröffentlicht wurde. An der Vorbereitung des Abschnitts zum Militärdienst wirkte der Osteuropa-Programmkoordinator von »Connection e.V.«, Artem Klyga, als Experte mit.

Das Gericht stellte fest, dass selbst der reguläre Wehrdienst in Russland mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Beteiligung an Kampfhandlungen führen könne und dass eine Verweigerung strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen könne. Der Antragsteller hatte zuvor weder einen Einberufungsbescheid erhalten noch war er in Russland militärisch registriert.

Die Entscheidung könnte zu einem wichtigen Präzedenzfall für Asylverfahren russischer Kriegsdienstverweiger*innen und von Mobilisierung bedrohten Personen werden.