»Was könnte eine größere Bedrohung für die Demokratie sein als die Missachtung grundlegender Rechte?«

Andrii Konovalov

Als ich in der Ukraine aufwuchs, erschienen mir viele Dinge selbstverständlich und unbestritten. Mir wurde beigebracht, dass jeder Mensch den gleichen Respekt und die gleichen Rechte verdient, dass es falsch ist, Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Religion oder ihrer Gebrauchssprache zu unterteilen, und dass man solche Versuche tadeln sollte. Mir wurde auch beigebracht, dass die Schwachen und Wehrlosen geschützt werden sollten — und nicht umgekehrt.

Leider wurde mein Aufwachsen von einer zunehmenden Relativierung all dieser grundlegenden Wahrheiten begleitet.

Zuerst in der Ukraine, und mit Beginn der russischen Invasion auch in Europa, sah ich, wie politische Demagogen Werte und Prinzipien missbrauchen, um Verbrechen gegen die breite Bevölkerung zu rechtfertigen.

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»Es sind die Staaten, die dieses Leid über die Bevölkerungen bringen«

Ole Nymoen

Ich habe jetzt schon so viele Talkshows gehabt. Und immer wieder werde ich gefragt: Herr Nymoen, warum wollen Sie nicht kämpfen? Mittlerweile bin ich an dem Punkt zu sagen, es ist doch egal, was ich darauf antworte. Es ist vollkommen egal, welche Gewissensgründe ich mir zurechtlege, warum ich nicht kämpfen möchte. Es ist egal, weil es keinen Staat gibt, den das im Ernstfall interessiert.

Kein Staat kümmert sich um die Sicherheit der Bürger — allzu oft endet das in offensiven Kriegen. Und Kriege werden nicht davon abhängig gemacht, ob die eigene Bevölkerung ihn will. Es wird nicht gefragt: Wollt ihr kämpfen oder nicht? Nein, alle Staaten dieser Welt zwingen ihre Bürger im Ernstfall in den Krieg.

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»Kriegsdienstverweigerung ist kein Schönwetterrecht«

Rudi Friedrich von Connection e.V.

Wir sind heute hier, weil der 15. Mai seit 1982 als Internationaler Tag der Kriegsdienstverweigerung begangen wird. Angesichts der Aufrüstung und Militarisierung, die wir gegenwärtig erleben, ist dieser Tag enorm wichtig.

Die Zeichen stehen auf Krieg. Weltweite Waffenexporte nehmen zu. Die Rüstungsproduktion wird angekurbelt. Unser neuer Außenminister Wadephul fordert massive Erhöhungen der Rüstungsausgaben. Forderungen werden erhoben zur Einführung einer neuen Wehrpflicht oder einer allgemeinen Dienstpflicht. Statt Kriege zu verhindern, wird darauf gesetzt, Kriege führen zu können – und sie auch zu führen.

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