Julia Paramonowa (Wjorstka) — am 26. Juni 2025
FAMILIEN VERSUCHEN, IHRE SÖHNE ZURÜCKZUHOLEN, DOCH DAS GELINGT NICHT IMMER
In russischen Militäreinheiten werden Wehrpflichtige zum Unterzeichnen von Verträgen mit dem Verteidigungsministerium gezwungen. Dabei handelt es sich schon längst nicht mehr um Einzelfälle: Laut Menschenrechtlern ist das Problem systemisch geworden, es gibt Berichte aus dem ganzen Land. Es wird mit Überredung, Versprechungen von gutem Geld gearbeitet — und wenn die »Zuckerbrot«-Methode nicht funktioniert, wird mit Gefängnis gedroht, mit dem Einsatz in »Fleischangriffen«, es kommt zu Misshandlungen und Demütigungen. Wie Wehrpflichtige mit Täuschung und Gewalt an die Front geschickt werden und wie ihre Familien versuchen, sie zu retten — darüber berichtet »Вёрстка« (Wjorstka — Layout, Satz).
Am 27. Juni sollte der Wehrdienst von Michail Wewier, einem Wehrpflichtigen aus Adygeja, enden. Doch am 10. Juni rief der 21-Jährige seine Eltern an und teilte ihnen mit, dass er einen Vertrag mit dem Verteidigungsministerium unterzeichnet habe. Wie seine Mutter Anastasia in einer Videobotschaft berichtete, geschah dies unter Druck.
»SIE WERDEN GETÖTET, ANDERE WERDEN KOMMEN« — wie Wehrpflichtige zum Abschluss von Militärverträgen gezwungen werden weiterlesen